Knowing the Seas as NatureCultures

Projektmitarbeiter: Dr. Sven Bergmann (Fallstudie II); Britta Hamann (Fallstudie I)
Laufzeit: 05/2016 - 04/2018
Finanzierung: Gefördert als Explorationsprojekt innerhalb der Exzellenzinitiative

"Knowing the Seas as NatureCultures: Kollaboration, Experiment und Reflexivität in interdisziplinärer Meeresforschung und in der Wissensproduktion und -politik zu Plastik in den Ozeanen"
Unser Wissen über Ozeane und Gewässer, und wie dieses Wissen unsere Beziehungen zu maritimen Räumen strukturiert, ist heutzutage hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) durch wissenschaftliche Erkenntnisse geprägt. Die Analyse der Fragen, wie dieses Wissen produziert, ausgehandelt, übersetzt und kritisiert wird und wie es zu neuen Formen des Lebens mit und um Ozeane und Meere beitragen kann, spielt dabei eine zentrale Rolle.

In unserem explorativen Forschungsprojekt versuchen wir, aktuelle Formen der Wissensproduktion besser zu verstehen und Ozeane und Meere nicht nur als exklusives Forschungsobjekt der Natur- oder Sozial- und Kulturwissenschaften zu verstehen, sondern als Mensch-Umwelt-Systeme oder Natur-Kultur-Verflechtungen. Wir führen zwei separate, aber aufeinander bezogene ethnographische Fallstudien durch, die jeweils einen spezifischen Ansatzpunkt als Zugang zur Problematik nutzen.
In Fallstudie I (Britta Hamann) „Interdisziplinäre Wissenspraxen in der Meeresforschung“ (Arbeitstitel) werden laufende interdisziplinäre meereswissenschaftliche Forschungsprojekte in Bremen und Niedersachsen forschend begleitet, welche in verschiedenen Formen die Trennung von Natur und Kultur zu überwinden suchen.
Fallstudie II (Sven Bergmann) ist eine explorative Untersuchung, die das Fundament für einen späteren, umfassenderen Forschungsantrag bilden soll. In Form einer multi-sited-ethnography wird hier der Problematisierung von Plastik im Ozean gefolgt. Im Zentrum stehen dabei kollaborative Formen der Wissensproduktion und die materiellen Politiken, die sich um das Phänomen des maritimen Plastikmülls bilden. Neben “rein akademischen und wissenschaftlichen” Modi der Wissensproduktion werden auch “Citizen Science”-Projekte und neu entstehende Netzwerke aus Wissenschaftler*innen, Umweltaktivist*innen, politischen Entscheidungsträger*innen und die sich verändernden, erratischen Materialitäten des Plastiks in der Umwelt betrachtet. Beide Fallstudien untersuchen empirisch und analytisch die Bedeutung und Dynamiken von Kollaboration, Experiment und Reflexivität in Bezug auf “knowing the seas” (Die Meere kennen/wissen/verstehen). Das Projekt wird einen Rahmen entwickeln um Wissenspraktiken von “NatureCultures” analysieren zu können und zu dem entstehenden Feld der “Blue STS/Blue Humanities” beizutragen.

Kontakt:
Prof. Dr. Michi Knecht
Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft (IFEK)
Universität Bremen
Enrique-Schmidt-Straße 7
28359 Bremen
knecht[at]uni-bremen.de